49er Story: Jelke Elferink

„Ich bin absolut auf dem richtigen Weg. Es geht immer mehr, das ist klar"
Artikel vom 5. März 2026
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Von Thomas Austermann
Bis nach Gemen, dem Stadtteil von Borken, „guckt ja eigentlich kein Oberligatrainer“, der auf der Suche nach Verstärkungen ist. Sagt jedenfalls Jelke Willem Elferink (Foto) . Und trotzdem ist der Stammspieler des Landesligisten Westfalia Gemen beim FCG gelandet und Sportchef Jens Truckenbrod feierte den Wechsel als „absolut typischen Gievenbeck-Transfer“. Der 22-jährige Mittelfeldspieler Elferink studierte bereits an der Uni Münster und lebte seit Januar 2023 auch in unserer Stadt. Und hier will er fußballerisch durchstarten, nachdem er beruflich seine feste Stelle gefunden hat.
FCG-Trainer Steffen Büchter war, noch zu seinen Ibbenbürener Zeiten, der quirlige Blondschopf bereits aufgefallen, wenn die ISV gegen Gemen kickte. Als Achter prägte Elferink das Westfalia-Spiel. „Ich bin der Balltreiber, offensiv wie defensiv. Und kann auch unangenehm für Gegenspieler sein“, beschreibt sich der 1,85 m große Elferink selbst. Sein Elternhaus steht in Velen und beim dortigen TuS spielte er bis zum zweiten D-Juniorenjahr, ehe ihn Gemen lockte. „Ich habe mich da bestens eingelebt, meine Rolle gefunden und ausgefüllt.“ Nach dem Abi startete er das BWL-Studium in Münster. Zu Corona-Zeiten lief das bekanntlich unerwünscht anders ab. Online eben statt auf einem Campus. Elferink pendelte, bis er Anfang 2023 in Münster ein WG-Zimmer bezog. „Mein Lebensmittelpunkt blieb Velen auch danach noch lange.“ Und Westfalia Gemen sein Club. Im Januar 2025 gab er seine Bachelor-Arbeit ab und war in jeder Hinsicht bereit für die nächste Etappe.
In den Zeitraum fiel auch die erste WhatsApp-Zuschrift aus den FCG-Reihen. Der Fußballer war gesprächsbereit, zog aber nach Beendigung des Studiums zunächst eine lange geplante Asien-Reise durch. Von Januar bis Ende März 2025 sah er sich in Thailand, Vietnam und Laos um. „Eine mega Erfahrung war das – ich hatte echt eine Sehnsucht nach einer längeren Auszeit, die man sich ja kaum gönnt, wenn man als Fußballer in dem Sportsystem steckt und sich verpflichtet fühlt.“ Nach Rückkehr ging es wieder für Gemen in den Wettbewerb, aber die Zusage für den FCG folgte. Bemerkenswert, wie ihn sein abgebender Club nach insgesamt 73 Landesligaspielen verabschiedete: Die Westfalia schrieb von einem „außergewöhnlichen Fußballer – vielleicht sogar dem Besten, den wir je in unseren Reihen hatten“ und wünschte dem „ganz feinen Kerl“ alles erdenklich Gute. Nach Probetrainings in Gievenbeck fiel die Entscheidung pro Oberliga und seine neuen Trainer begrüßten Elferink als „offensiv denkenden, sehr cleveren und dynamischer Achter“ mit ganz viel Potential. Wir sind überzeugt davon, dass er den Zwei-Ligen-Sprung gut meistern wird.“
Mit einem Handicap aber ging es nur gebremst los. Ein nicht wirklich verheilter Außenbandriss warf Elferink zurück. „Das kostete mich zwei Monate!“ In der gesamten Vorbereitung kam er nur auf 60 Spielminuten. Die alte Blessur zog wiederholt neue Problematiken nach sich. „Das war nicht optimal zu dem Zeitpunkt. Ich wollte schnell ankommen und mich beweisen.“ Der dann gesunde Elferink bekam zu spüren, sich auf neuem Niveau stellen zu müssen. „Körperlich merkte ich das schon sehr hier auf der Ebene.“ War er in Gemen längst ein unbestritten Etablierter, ging es im Sportpark ganz von vorne los. Und eine gewisse Ungeduld kam hinzu, da ist Elferink grundehrlich. „Der Sprung war größer als ich dachte – mir gelang es nicht auf Anhieb, das Niveau zu erreichen, das ich selbst von mir erwartet habe.“ Der Kopf spielt ja immer mit und in dem stecken bisweilen die Zweifel. Nun aber hat er nach vollständig absolvierter Vorbereitung ein gutes Gefühl. „Ich bin absolut auf dem richtigen Weg. Es geht immer mehr, das ist klar. Ich weiß genau, woran ich noch arbeiten muss.“ An der Ruhe am Ball zum Beispiel und „dem guten ersten Kontakt.“
Elferink, der Ehrgeizige, sehnt sich nach „mehr Einsatzzeiten“ und schätzt zugleich „das gesamte Klima hier in der jungen Truppe mit den jungen Trainern.“ Gefordert ist er als Berufstätiger seit August letzten Jahres. Denn dort, wo er einst ein Praktikum machte, ist er angestellt. Im Finanz-Management beim Großunternehmen Schmitz Cargobull in der Zentrale in Horstmar. Der Trailerhersteller (Anhänger-Hersteller) machte im Geschäftsjahr2024/2025 mit rund 6.400 Mitarbeitern einen Umsatz von 2,16 Milliarden Euro.
Foto: visualsofsport
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