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49er Story: Alex Wiethölter

Vom Rookie zur Stammkraft: Wiethölters Weg in der Ersten als "Vorzeigetyp"

Artikel vom 12. März 2026

Der Artikel wird präsentiert von:

    Von Thomas Austermann 

    Jetzt hat er schon 90 Oberligaspiele in der Vita stehen. Damit ist Alexander Wiethölter (Foto) in diesem sportlichen Umfeld längst kein „Rookie“ mehr. Sondern wohl ein Gievenbecker Vorzeigetyp. Und zudem intern wie weithin geschätzt. Dass er zeitig und ohne großes Zögern oder Feilschen ganz früh im Jahr verlängerte, trifft auch auf den Beifall der Verantwortlichen. „Mir macht das Spaß, hier mit den Jungs zu Zocken“, sagt Wiethölter und lächelt. Die frühe Anfrage von Sportleiter Jens Truckenbrod empfinde er „auch als Wertschätzung.“ Den Wert hat sich der 22-Jährige selbst erarbeitet. „Alex hat in all der Zeit nie gehadert oder Ungeduld an den Tag gelegt“, sagt Trainer Torsten Maas. Sonderneine fußballerische Metamorphose durchgemacht, eine Umwandlung, die er selbst gar nicht groß betont. 

    Anfang 2022 rückte das Talent unter Trainer Flo Reckels als A-Junior in den Kader der Ersten, noch als Rechtsfuß für die linke offensive Bahn. Unter Torsten Maas und Steffen Büchter klappte es mit dem Sprung in die Stammelf als rechter Offensiver. Und jetzt agiert er hier und da sogar „falschfüßig“, wie die Trainer sagen, auf der linken Seite als Außenverteidiger oder auch Schienenspieler. Maas: „Dafür ist Alex prädestiniert mit seinem Tempo, seinem Biss und der Fähigkeit zum Raumgewinn.“ Maas sagte schon seinerzeit über den U-19-Spieler: „Alex hat den ersten Schritt in den Seniorenbereich schon vollzogen und will sich unbedingt die nächsten Etappen vornehmen. Er steckt in einer sehr gesunden Entwicklung, er ist immer beim Training, er guckt nach Verbesserungsmöglichkeiten, er schaut sich was ab und er fragt nach.“ Mit der neuen Positionierung und einer veränderten Aufgabenstellung hat Wiethölter null Probleme. „Mir ist das echt egal, wo ich spiele. Wir haben geguckt, was gut funktionieren kann.“ Ihm ist es wichtig, auf dem Platz zu sein, Spielzeiten zu bekommen. „Wenn ich die linke Bahn besetzen soll, dann habe ich auch da meine Freiheiten.“ Und kniet sich rein. An ihm vorbei zu kommen, ist nicht eben leicht. Bei Bedarf kann er auch die Seite wechseln, aber rechts hat der FCG aktuell mehr Alternativen. 

    Als Grevener blieb Wiethölter seinem Heimatverein 09 lange treu, bis ihn der SC Münster 08 und Trainer Jens Dietrich als U- 17-Spieler des älteren Jahrgangs holten. Für den FCG warb Trainer Omid Asadollahi erfolgreich um den Blondschopf, als der Wechsel in den U-19-Bereich anstand. Erste Schritte im Seniorenbereich machte er in der Kreisliga-A-Zweiten. Und das ausgesprochen gerne und gewinnbringend. Auch das hat ihm niemand vergessen. 2022/23 kam Wiethölter auf elf Einsätze für die Erste, dann auf 23 in der Folgespielzeit und in der letzten Serie auf stolze 34 Oberligaspiele - davon 22 von Beginn an. In dieser Spielzeit legt er noch als einen drauf und stand in lediglich einer Partie nicht von Beginn an auf dem Platz. 

    Als Offensiver hatte er mehr Torbeteiligungen und musste sich auch gedanklich umstellen, als die Veränderung vollzogen wurde. „Ich hab‘ mich auch mal selbst kritisiert, weil ich wenige Scorerpunkte hatte. Aber die Trainer sagten dann immer, ich solle mir keinen Kopf machen. Das musste ich lernen!“ In dem von ihm geschätzten Umfeld fiel ihm das leicht. Früher guckte er sich viel ab von den routinierten Kollegen älterer Jahrgänge, „jetzt liege ich altersmäßig ja in manchen Spielen über dem Schnitt!“ Und schätzt die mit der Zeit und durch die Kaderbesetzung geänderte Spielweise. „Jetzt ist sicher mehr Power in unserem Spiel, wir kommen gerne über die Energie und das Tempo.“ 

    Die Lehrjahre bei der Deutschen Rentenversicherung Westfalen in Münster hat Wiethölter hinter sich gebracht. Und als Sozialversicherungsfachangestellter ein Jahr gearbeitet, ehe er in 2025 beim Arbeitgeber das Duale Studium antrat – nun ist er sowohl am Arbeitsplatz als auch in der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung NRW (HSPV) zu finden, in unterschiedlicher Intensität. Da stehen schon mal neun Monate Studium und drei Monate Arbeit auf dem Plan. In zweieinhalb Jahren will Wiethölter, der vor Kurzem gemeinsam mit seiner Freundin in Münster eine Wohnung bezogen hat, seinen Bachelor als Verwaltungsinspektor im Beamtenverhältnis erwerben. Und während dieser Zeit ganz sicher dem Fußball treu bleiben.

    Foto: Michel Berndsen

    #AUSPURERFREUDEAMSPIEL