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49er Story: Fabian Witt

Topscorer hat jüngst verlängert - und freut sich auf ein Wiedersehen mit dem Zwillingsbruder

Artikel vom 8. April 2026

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    Von Thomas Austermann

    Ein bisschen überlegen musste Fabian Witt (Foto) in den letzten Wochen schon. Bleiben oder gehen, das war die Frage, die letztlich mit dem Ja-Wort für den FCG beantwortet wurde. Der 24-Jährige Hiltruper nimmt eine zweite Oberligaserie im Sportpark in Angriff, nachdem er sich in der laufenden ersten so zügig etabliert hat. „Ich brauchte etwas Zeit zum Überlegen und hab‘ nachgedacht. Ich musste davon überzeugt sein, die richtige Wahl zu treffen“, sagt er ehrlich. „Der nächste Schritt für mich hätte wohl bedeutet, mich in Richtung Vollzeit-Fußballer zu bewegen.“ Das aber könne noch warten, einen solchen Sprung müsse er in seinem Alter nicht zu den Akten legen. Sondern einen Anspruch durch Leistung untermauern. „Ich bin hier in Gievenbeck sehr gut angekommen und fühle mich wohl. In unserer Mannschaft steckt noch ganz viel Potenzial. Wir können auch in Spielen gegen Top-Mannschaften mithalten.“

    Auch dieser Witt trug dazu bei, „dass wir den riesigen Umbruch zu dieser Saison super gemeistert haben.“ Zwölf Treffer führt sein Konto auf, damit ist er intern die Nummer eins. Im Januar letzten Jahres entschied er sich mit einer frühen Zusage fürs neue Niveau in Gievenbeck. Nach vier Westfalenligajahren im Dress von Westfalia Kinderhaus. 113 Ligaspielen sammelte er und erzielte 50 Treffer. Dass so jemand auffällt, ist logisch. Dass der Kandidat auch noch von der U14 bis zur U19 sämtliche 49er-Juniorenjahre absolviert hatte, sprach gleichfalls für ihn und eine Rückholaktion.

    Irgendwo im vorderen Bereich ist er zu finden, ohne auf eine Stelle festgelegt zu sein. „Ich bin da flexibel – Hauptsache offensiv!“ Das schließt nicht aus, bei Bedarf eine (Spiel-)Phase lang auch mal andere Jobs erledigen zu müssen. Seine durchaus vielseitigen Talente sind längst belegt. Sein Tempovermögen erlaubt Dribblings, seine Technik an der Kugel starke Abschlüsse auch bei ruhenden Bällen, sein Vermögen im Umschaltspiel sorgt für Lücken beim Gegner. Dass er auch auf engem Raum und ungewohntem Boden überzeugen kann, haben insgesamt drei Titelgewinne bei Hallenstadtmeisterschaften unterstrichen. Wie schnell hat er sich eigentlich akklimatisiert auf dem Niveau? „Klar war das Neuland, ich kannte Oberliga-Gegner nur aus Testspielen mit Kinderhaus. Die Intensität ist der größte Unterschied. Man muss 90 Minuten durchgehend wach bleiben, die Liga erlaubt einem gar keine Pausen. Schon die Abwehrketten sind so gut, dass man nie passiv bleiben darf.“ Die Fitness sei eine Pflicht, die Grundlagen legt er außerhalb des Trainings in Gym-Einheiten sowie mit etlichen Stabilisationsübungen vor dem Treffen mit der Mannschaft. „Ich sehe zu, 45 Minuten vor dem Trainingsstart da zu sein und raus zu gehen.“

    Der frühere Trainer Omid Asadollahi habe, sagt Witt, ihm und seinem eine Minute älteren Zwillingsbruder Jendrik einmal zugeschrieben, sie hätten den „siebten Sinn“. Also jene intuitive Fähigkeit, die über die normalen fünf Sinne hinausgeht. Im Fußball kann das zu besonderen Aktionen führen, die auch mal überraschend sind. Fabian Witt lächelt dazu und sagt, er und Jendrik hätten als  junge Kids zusammen mit ihrem Freund Richard Joaquim (wechselt im Sommer von GW Nottuln zu Westfalia Kinderhaus) „wirklich täglich“ den Ball bewegt. „Wir haben uns gerne verabredet und gekickt. Da bekommt man wohl das richtige Gefühl im Fuß.“ Da passt es ja womöglich bestens, dass die Witt-Brüder ab Juli wieder in einer Mannschaft spielen.

    Fast exakt ein Jahr nach der Zusage von Fabian hat Jendrik seinen Wechsel von Kinderhaus nach Gievenbeck verschriftlich. „Wir haben über das Thema gesprochen, aber ich habe mich null eingemischt“, sagt Fabian Witt, der tagsüber in der Mediengestaltung einer Firma für Werbetechnik arbeitet. Der minimal ältere Bruder, tätig als Bauzeichner, besetzt bei der Westfalia meistens eine defensivere Position. „Er ist immer weiter nach hinten gerutscht. Im Aufbau ist Jendrik sehr flexibel.“ Die Brüder sind tatsächlich beste Kumpel und tummeln sich im gleichen Freundeskreis. „Es war sicher mal gut, dass wir ein Jahr lang nicht in einer Mannschaft gespielt haben – aber jetzt ist es toll, dass wir wieder zusammenkommen.“ Dann haben beide wieder ein gemeinsames Thema mehr.

    Foto: m.b.sportsphotos

    #AUSPURERFREUDEAMSPIEL