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Vertrag von Nico Eschhaus wird nicht verlängert

34- jähriger langjähriger Stammtorwart wird ab Sommer nicht mehr im FCG-Kasten stehen

Artikel vom 1. Mai 2026

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    Nach 15 erfolgreichen Jahren endet im kommenden Sommer eine Ära beim 1.FC Gievenbeck 1949 e.V.: Der auslaufende Vertrag von Stammtorwart Nico Eschhaus (Foto) wird für die kommende Spielzeit 2026/27 nicht verlängert. 

    „Zunächst bedanken wir uns bei Esch für seinen unbeschreiblichen Einsatz über all die Jahre beim FCG“, sagt Gievenbecks sportlicher Leiter Jens Truckenbrod. „Er hat sich immer voll in den Dienst der Mannschaft und des Vereins gestellt, ist auf dem Platz mit seinen Leistungen und seiner Mentalität als Führungsspieler voran gegangen und war neben dem Platz eine der prägenden Identifikationsfiguren unserer Mannschaft. Wo sich andere versteckt hätten, war auf Nico immer Verlass - er hatte immer ein offenes Ohr, eine klare Haltung und hat den Verein gelebt wie kein anderer“. In seiner Zeit zwischen den Pfosten konnte sich „Esch“ sportlich stets gegen sämtliche Konkurrenten durchsetzen und war immer als Stammtorwart gesetzt, sodass mehr als 450 Pflichtspiele für den FCG von 2011 bis 2026 zu Buche stehen. Für den Verein war es aber auch an der Zeit, über die Zukunft nachzudenken und strategisch betrachtet die Weichen für die nächsten Jahre zu stellen: „Wir haben mit Max Büscher in den vergangenen drei Jahren einen jungen Torwart mit großer Perspektive herangeführt, der im kommenden Sommer den nächsten Schritt bei uns gehen soll. Um ihn dabei zu unterstützen, hätten wir gerne mit Esch weitergearbeitet, allerdings in einer veränderten Rolle“, so Truckenbrod. 

    Bereits in der laufenden Saison ist Büscher als Pokaltorwart im Kreis- und Westfalenpokal gesetzt, während Eschhaus in der Oberliga alle 32 Partien spielen durfte. Auch in den Jahren davor war „Esch“ die Konstante der 49er, er sammelte immer die meisten Einsatzminuten und erlebte Auf- und Abstiege aus der Oberliga und in die Oberliga, Kreispokalsiege und den Gewinn der Hallen-Stadtmeisterschaft 2025 als bester Torwart des Turniers. 

    Der 34- jährige selbst blickt emotional auf die vergangene Ära zurück: „Wenn man so lange Teil eines Vereins ist, verbindet man mit ihm deutlich mehr als nur Fußball. In dieser Zeit durfte ich viele besondere Momente erleben, unzählige Erinnerungen sammeln und einen großen Teil meines Lebens mit diesem Verein verbringen. Vor allem habe ich dabei auch Menschen kennengelernt, aus denen über die Jahre echte Freunde fürs Leben geworden sind. Dafür bin ich sehr dankbar. Gleichzeitig glaube ich auch, die sportlich erfolgreichste Zeit des Vereins über viele Jahre geprägt und aktiv mitgestaltet zu haben“, sagt er. „Meine Rolle war dabei nie nur auf das Sportliche begrenzt. Ich habe immer versucht, Verantwortung zu übernehmen, der Mannschaft Energie zu geben, die Mannschaft emotional wachzuhalten und als Vorbild für Mitspieler und Jugendspieler mit maximalem Einsatz voranzugehen. Genau das hat mir über all die Jahre Freude bereitet und genau so habe ich diesen Verein gelebt“. 

    Im vergangenen Sommer gab es einen großen Umbruch in Gievenbeck - doch Eschhaus blieb. Während unter anderem seine langjährigen Weggefährten Nils Heubrock, Daniel Geisler, Philip Röhe und Frederik Schulte ihre Fußballschuhe an den Nagen hingen, ging es für „Esch“ nochmal weiter: „Meine Verlängerung im vergangenen Sommer war eine sehr bewusste Entscheidung. Trotz vieler privater und beruflicher Themen sowie eines großen sportlichen Umbruchs im Verein wollte ich diesen Weg noch einmal mitgehen und meinen Teil dazu beitragen“. 

    Diesen Umbruch ging er erfolgreich mit, er war als Mannschaftsratsmitglied und langjähriger Kapitän gesetzt und der verlängerte Arm des Trainerduos Torsten Maas und Steffen Büchter. Bei den Perspektivgesprächen über die Zukunft kamen Torwart und Vereinsführung jedoch nicht auf einen gemeinsamen Nenner: „Die letzten Monate haben sich für mich persönlich allerdings anders angefühlt als die Jahre zuvor. Nachdem mir mitgeteilt wurde, dass der Verein künftig andere Wege gehen möchte, fiel es mir zunehmend schwer, diese Rolle weiterhin so auszufüllen, wie ich es selbst immer von mir erwartet habe. Ich hätte mir gewünscht, selbst entscheiden zu können, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, meine Zeit beim FCG zu beenden. Gerade weil viele berufliche und private Themen ab dem Sommer wieder in geregelteren und planbareren Bahnen verlaufen wären, wäre ein selbstbestimmtes Ende nach dieser langen Zeit schön gewesen. Vor allem, weil ich nicht das Gefühl habe, durchgezogen werden zu müssen, sondern weiterhin überzeugt bin, meine Leistung auf diesem Niveau bringen zu können. Deshalb hätte ich mir durchaus vorstellen können, auch über den Sommer hinaus weiter Verantwortung als Nummer eins zu übernehmen. Letztlich hat sich der Verein anders entschieden, was ich respektiere. Ich wünsche dem Verein, der Mannschaft und allen Menschen rund um den FCG für die Zukunft nur das Beste“. 

    Foto: m.b.sportphotos