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49er Story zum Abschied: Nico Eschhaus

Wegbegleiter kommen zu Wort und blicken zurück auf 15 Jahre und 456 Spiele mit "Eschi"

Artikel vom 2. Juni 2026

Der Artikel wird präsentiert von:

    Von Thomas Austermann

    Jetzt geht er also, der Dauerbrenner im Kasten. Nico Eschhaus (Foto, rechts) hat seine eigene Ära geprägt und die des FCG ganz sicher ein Stück weit auch. Zum Abschied des Ausnahme-Typen lassen wir Wegbegleiter zu Wort kommen. Die können „Eschi“ am besten beschreiben. Bennie Heeke, Trainer der FCG-Ersten bis 2020, spricht von „Beziehungen zwischen Trainer und Torwart, die immer noch spezieller sind als von Trainer zu Feldspieler. Entweder besonders gut oder besonders schlecht.“ Er habe sich „des Öfteren bemüht, die Beziehung zu verschlechtern – mehrmals habe ich Eschi informiert, dass wir einen Herausforderer holen werden. Was soll ich sagen? Wir wissen alle, wie das ausging… Nico stand immer wieder im Tor.“ Heeke trainierte hunderte Spieler. „Nico war der Ausnahmespieler. Mit seinem Talent wäre niemand von uns weiter als in die Bezirksliga gekommen. Aber mit dem beeindruckenden Ehrgeiz und viel Training hat er es bis in die Oberliga geschafft. Dabei war er nie derjenige, der für den Fußball auf alles verzichtete. Das meine ich mit Ausnahmespieler.“ 

    Kay Göttsch (FCG bis 2017) kam 2011 wie Eschhaus zum FCG, spielte mit ihm fünf Jahre in der Ersten und trainierte mit Esch auch vier Jahre die U17 und U19. „Während dieser Phasen habe ich mit keinem anderen mehr Zeit verbracht. Trotz des Altersunterschiedes wurden wir schnell zu besten Freunden. Zu solchen fürs Leben! Wir saßen sonntags beim Frühstückt zusammen und nach dem Spieltag abends im Nordstern.“ Etliche „Schlachten“ hätten sie zusammen erlebt. „Ich kenne keinen ehrgeizigeren Spieler. Vom durchschnittlichen Torwart wurde er durch extrem hartes Training, unbändigen Willen und unvergleichliche Leidenschaft auch für den Verein zum herausragenden Torhüter. Ein Leader mit Führungsstärke, der auch die Kabine engagiert lenkte. Als Abwehrmann hatte ich niemals mehr Motivation und Selbstbewusstsein, wenn Eschi mich für jeden Zweikampf feierte.

    Florian Reckels (Trainer FCG-Erste bis 2024) empfand „Nico gerade in meiner Anfangszeit als sehr wichtigen Ansprechpartner. Er kannte den Verein und hatte ein großes FCG-Herz. Ich musste allerdings auch lernen, nach Misserfolgen mit ihm umzugehen. Er war nach solchen teilweise sehr impulsiv. Im Laufe der Zeit haben wir das besser hinbekommen. Uns eint, dass wir beide schlecht verlieren können.“ Der Respekt vor „seiner Leistung für den FCG, auf und neben dem Platz, ist riesengroß. Solche Typen findet man nur noch selten.“

    Christian Keil (Foto, Mitte), FCG-Dauerbrenner bis 2023, sah „unzählige Torhüter kommen. Und gehen. Weil kein Weg an Nico vorbeiführte. Weil der nicht durch Gerede überzeugte, sondern durch Leistung, Konstanz, alljährliche Verfügbarkeit. Und Lautstärke. Wirkliche Fehler von ihm sind in 15 Jahren an einer Hand abzuzählen.“ Eineinhalb Jahrzehnte „in einem Verein zu leben und auf dem Niveau zu spielen, gibt es nicht oft. Und es ist das Beste, was einem Verein passieren kann. Demut, aus Spieler- und Vereinssicht, ist das wichtigste Element für eine gelungene Identifikation und so lange währende Zusammenarbeit. Manchmal ist es erst im Nachhinein klar, wie sehr manche Spieler eine ganze Vereinsgeschichte prägten. Nico geht auch diesbezüglich ganz vorne weg.“

    Nils Heubrock (Foto, links), Mitspieler bis 2025, hat „über den Fußball Eschi kennengelernt, uns verbindet die gesamte FCG-Karriere. Er wurde und bleibt ein echter Freund. Das klappt nicht mit jedem. Ich denke an ungezählte gemeinsame Stunden, unsere Urlaube, an den Kartenclub, die vielen Dinge in der Organisation rund um die Mannschaften, an den Kabinen-Umbau zu Corona-Zeiten und Besuche bei Jens Wissing in Eindhoven oder Lissabon. Und, und, und. Wir konnten wirklich richtig feiern und waren oft die Letzten, die die Party verlassen haben.“ Er habe „geile Sportmomente mit Nico erlebt und genossen“, auch Abstiege durchgemacht und Problemgespräche geführt. „Nico hat den passenden Humor und ist als extrem hilfsbereiter Typ die Zuverlässigkeit in Person. Der Torwart ist einer mit Ecken und Kanten, er hat uns gepusht und von hinten heraus nach vorne gepeitscht – immer im Sinne des Teams und des gesamten Vereins.“

    Manuel Beyer, FCG-Abwehrgröße bis 2024, sieht in Esch einen „außergewöhnlicher Sportler und einen noch viel besseren Menschen. Er prägte über eineinhalb Jahrzehnte den FCG mit seiner Leidenschaft, Hingabe und Identifikation, die heute nicht mehr selbstverständlich ist. Sein Einsatz ging weit über die 90 Minuten im Spiel hinaus“ Eschhaus habe „unzählige Stunden, Gespräche, Gedanken und Emotionen investiert. Mit dem Ziel, den Verein weiterzubringen und alles für die Mannschaften zu geben. Auf dem Platz ist er immer vorangegangen. Laut, emotional, ehrgeizig und manchmal unbequem. Solche Typen machen Mannschaften besser. Hinter seiner Art steckte nie etwas Persönliches. Sondern der Wille, alles aus sich und dem Team herauszuholen.“ Was bleibt, sei viel mehr als Fußball. „Esch ist für mich ein ganz besonderen Mensch geworden: Auf den immer Verlass ist, der Menschen zusammenhält und Freundschaften wirklich pflegt. Seine Spuren bleiben.“

    Danke, Esch! Für 15 Jahre FCG! Für 456 Spiele! Für Identifikation, Zuverlässigkeit und Herzblut!