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49er Story 1: Maas und Büchter vor ihrer 3. Saison

"Es geht um viele kleine Leistungssteigerungen"

Artikel vom 28. August 2026

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    Die Trainer Torsten Maas (27) und Steffen Büchter (31) starten Seite an Seite in ihre dritte FCG-Oberligaspielzeit. In ihre bisherige Bilanz flossen 26 Siege, 20 Remis und 26 Niederlagen ein. Insgesamt ist es die achte Oberligaserie für den Verein, der in der „Ewigen Tabelle“ bei 209 Partien steht, von denen 61 gewonnen wurden, 59 mit Punkteteilungen endeten und 89 verloren gingen. Platz sechs nach der letzten Serie war eine sehr vorzeigbare Platzierung. Zumal nach dem personellen Groß-Umbruch Mitte 2025.

    Da sich Trainer grundsätzlich nicht lange dem Rückblick widmen, sondern nach Möglichkeiten suchen, besser zu werden, kommt in Betrachtung der letzten Bilanz jedoch immer die Rede auf den 18-Punkte-Abstand zum Rangfünften SC Preußen II. Diese Differenz „wirft die Frage auf, wo wir die Zähler liegen gelassen haben“, wie Büchter formuliert. Und wie jetzt diese große Lücke geschlossen werden kann. „Wir mussten ergründen, was die anderen besser gemacht haben und wo unser Potential liegt“, sagt Maas. Auffällig sei, dass Gievenbecks meistens guten ersten Halbzeiten eine weniger intensiv geführte zweite folgte und zu oft eine wackelige letzte Viertelstunde. „Wir sind da zu häufig unter Druck geraten.“ Demzufolge ist ein Ziel formuliert: ein „neues Spielphasen-Management“ nennt Büchter das, eine ausgewogenere Darbietung, ein besseres Gefühl dafür, wann kluge Geduld gegen den Ball angesagt ist. „Wir haben oft das Spielgeschehen zu 80 Prozent dominiert, den Gegner gestresst, Ballgewinne erzielt. Das können wir. Und müssen dazu lernen, auch mal aufs tiefere Verteidigen umzuschalten.“

    Beispielhaft vorgeführt wurde dies sowohl beim dominant geführten 3:0-Sieg im Westfalenpokal gegen den TuS Hiltrup und dem darauf folgenden 1:0-Erfolg gegen Regionalligist SF Lotte. In der Liga möchte der FCG verlorene Punkte aus den Duellen in Ennepetal (1:1) und gegen Erkenschwick (0:1) bald vergessen machen und hat bereits Topteam RW Maaslingen mit 3:1 besiegen können. Der Kader mit 22 Feldspielern und drei Torleuten unterscheidet sich auf den ersten Blick kaum von dem vorherigen – mit der einen Ausnahme im Tor, wo Platzhirsch Nico Eschhaus von Max Büscher abgelöst wird. „Das Aufgebot ist bewusst kleiner gehalten als zuvor“, sagt Maas. „So fühlen sich viele Spieler besser gesehen. Sehr wichtig war, dass auch diejenigen verlängert haben, die andere Möglichkeiten hatten.“

    Mit den Zugängen macht Büchter voller Überzeugung „ein verstärktes Aufgebot aus“, was sich sowohl in der Vorbereitung als auch im Saisonstart zeigte. „Wir werden mehr Auswahl haben und größeren internen Druck.“ Schon sei erkennbar, dass einige „Schritte nach vorn gemacht haben“ und ergo Ansprüche anmelden. Bleibt das im Liga-Alltag so, kann ein nächster Plan greifen: Die im Vergleich stärkere Rotation von Spieltag zu Spieltag und/oder in einem Spiel alleine. „Die Joker sind besser jetzt“, sagt Büchter. „Wir wollen die Spielzeiten besser verteilen. Es muss nicht sein, dass Leistungsträger nur dann zufrieden sind, wenn sie 30 oder mehr Partien absolvieren“, beschreibt Maas. Bleibende Fitness und stabile Gesundheit sind gefragt, um die Kaderbreite nutzen zu können. „Wir haben uns hinterfragt, was wir noch tun können, und Angebote gemacht. Die Jungs nehmen das an, sie sind sehr hungrig auch in diesen Bereichen. Es geht um viele kleine Leistungssteigerungen“, so Maas und nennt Stichwörter wie Regeneration, Ernährung, Verhaltensweisen rund um die vielen gemeinsamen Termine.

    Da passt es gut, dass sich Rückkehrer Julian Conze als (spielender) Co-Trainer in diesen Themen einbringt und „uns neue Kapazitäten bringt.“ Marvin Holtmann, mit seinen 30 Jahren schon der Team-Senior, ist der zweite spielende „Co“, der sich Mitte November im Westfalenpokalspiel gegen Verl das Kreuzband riss und nun soweit ist, auch auf dem Platz stehen zu können. „Wir wollten keine externe Lösung auf diesen Posten, sondern am liebsten genau die, die wir gefunden haben“, freut sich Maas. Da Büchter von Mitte Oktober bis Mitte Januar mit seiner Freundin Celine die lange geplante Weltreise antritt, rücken Holtmann und Conze monatelang stärker in die Mitverantwortung. Herumgesprochen sozusagen hat sich, was den FCG stark macht. Auffällig wird das in der Umfrage des Portals „fupa.net“, das die 18 Trainer bat, ihre Favoriten zu nennen. Auf dem dritten Rang landete Gievenbeck, wie die Preußen-Zweite. „Wir sehen das als Anerkennung“, sagt Maas. „Dass wir uns diesen Ruf nach dem Umbruchsjahr erspielt haben, ist ja kaum erklärbar.“ Auch wenn Vorschusslorbeeren dieser Art „nichts mit uns machen“, gehen sie doch einher mit der eigenen und gestiegenen Erwartungshaltung. „Und das forciert und freut die Mannschaft.“ Die Liga hat namhafte Größen verloren, aber „an Mannschaften dazu gewonnen, die ein Oberligaplatz beflügelt“, ist Büchter sicher. Und erwartet jede Menge eckige Duelle und mithin „viele spannende Aufgaben.“

    #AUSBILDUNGSVEREINSEIT1949