49er Story 2: Die Athletiktrainer

Topfitte Spieler trotz hoher Belastung dank Tarek Petzel und Julian Conze
Artikel vom 9. September 2026
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Von Thomas Austermann
Der in Spitze und Breite ausgesprochen gut besetzte Staff rund um die Oberliga-Erste ist mit ein Grund dafür, dass sich die Spieler entfalten können und ihnen vieles geboten wird. Große Sorgfalt ist das Credo der Verantwortlichen. Seit dem Frühjahr 2025 ist Tarek Petzel der FCG-Mann fürs Athletiktraining. Seinerzeit folgte er auf Allan Seferovic, der nach Hamburg ging. Demnächst rückt Julian Conze als spielender Co-Trainer mit speziellem Aufgabengebiet ein Stück an Petzels Seite. Rund fünf Stunden je Woche, verteilt auf den Dienstag und Donnerstag, ist der 29- jährige Petzel am Platz. Zusätzlich bei jedem Heimspiel, möglichst bei allen Auswärtspartien. Die Stunden am PC oder Smartphone zählt er nicht auf. Das gehört für den Engagierten dazu, auch wenn er hauptberuflich gut beschäftigt ist als Teamleiter mit Personalverantwortung bei einem ambulanten Reha- und Therapiezentrum in Osnabrück. Vom Wohnort Gievenbeck aus pendelt er dorthin. Wechselseitige Lerneffekte bringen diese Jobs, auch wenn er es hier mit Sportlern und dort mit Patienten zu tun hat.
Petzel hat sich nach seinem Start mitten in der Saison erst einmal eingearbeitet. „Ich musste ein Anforderungsprofil für den Fußball erstellen, um den Aufgaben gerecht werden zu können.“ Zwar hat er während seines Studiums der „Angewandten Sportwissenschaft“ in Paderborn und Münster schon großes Interesse für den „ganze Bereich der Therapie“ entwickelt, aber die genaue Umsetzung erfolgte eben im anspruchsvollen FCG-Alltag. Teilt man die rein körperlichen Anforderungen ans Training in die Bereiche Ausdauer und Sprint ein, zählt Letzteres zu Petzels Verantwortungsbereich. „Da geht es viel um Sprint und Sprung.“
„Wir sind dank Tarek im Training viel breiter aufgestellt“, sagt Coach Torsten Maas. „Er genießt unser vollstes Vertrauen und macht einen hervorragenden Job. Eine topfitte und athletisch starke Mannschaft ist eine Grundvoraussetzung für unser Spiel.“ Dies wurde zuletzt abermals unter Beweis gestellt - in den vergangenen, sehr engen und hart umkämpften Partien gegen Regionalligist Lotte und in den Derbys gegen Kinderhaus und Preußen wirkte der FCG trotz aktueller höherer Belastung fitter und spritziger. Petzel steuert die komplette Aktivierung auch am Spieltag, streut Einheiten zur Stabilisierung und Mobilisierung ein und schärft den Fokus aller, was Ernährung, Supplementierung sowie Trainingsvor- und nachbereitung angehe. „Tarek war einst als Leichtathlet erfolgreich und wir profitieren von seinem Input aus der Perspektive dieser Sportart.“
Petzel rechnet locker vor, dass die Spieler auf Ansage „je Woche zwischen 160 und 190 Meter sprinten müssen“, um die Schnelligkeit als Tugend ins Spiel übertragen zu können. „Bei einem großen Kader stellt man nach dem Warm-up am besten mehrere Gruppen auf, die sich dann bestimmten Übungen widmen.“ Individuelle Unterschiede sind zu berücksichtigen und Petzel bemüht sich, „alle im Blick zu haben“, um gegebenenfalls eingreifen zu können. Beim FCG sei die Bereitschaft sehr hoch, auch die Einheiten ohne Ball ernst zu nehmen. „Wir können belegen, dass wir in der letzten Serie nur mit ganz wenigen Muskelverletzungen zu kämpfen hatten.“ Und das habe eben seine Gründe. „Der gesamte Staff arbeitet total eng und abgestimmt zusammen. Wir haben alle ein Ziel.“ Petzel hat persönlich auch eins: Er macht eine Lizenz als Athletikcoach bei einem Deutschland-Ableger des USA-Berufsverbandes.
Stichwort USA: Julian Conze hat während seiner College-Jahre in den Staaten „sehr viel gelernt, was Ernährung und Gesundheit angeht“. Das diesbezügliche Level sei in den Staaten sehr hoch. „Vieles kann man runter brechen auf unsere Möglichkeiten“, sagte der 26-jährige Rückkehrer. In erster Linie sieht sich der Linksfuß als Spieler. „Ich springe zusätzlich dort ein, wo Bedarf ist.“ Wenn Trainer Steffen Büchter auf Weltreise ist, werden Conze und Marvin Holtmann zu tun bekommen – auch mit der Aussicht wurde mit beiden verhandelt. Conze macht „sehr wissbegierige Spieler“ aus, die dankbar seien für Tipps zur Veränderung der Ernährung, zum Beispiel. „Viele setzen bereits von sich aus um, was Sinn macht für ihren Körper.“ Im FCG tummeln sich etliche sehr junge Kicker, die sehr viel am Ball sind. „Sie wissen, welche Möglichkeiten ihnen hier geboten werden. Manche erhoffen sich auch, völlig legitim, die Chance zum Sprung in eine höhere Liga.“ Daher hören sie zu und handeln entsprechend. „Es geht auch um das Wissen darum, was ich wann dem Körper zuführen sollte. Auch während der Belastung.“ Conze selbst, der im Homeoffice für ein Berliner Startup arbeitet, das sich dem Merchandising von Fußballclubs und Künstlern widmet, hat seine positiven Erfahrungen gemacht und merkte schnell, „bei richtiger Ernährung“ am Tag nach einem Spiel längst nicht mehr so ausgelaugt zu sein als früher.
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Foto: m.b.sportsphotos
