49er Story 4: Jendrik Witt

Trotz größerer Rotationen im Kader - Jendrik Witt ist bisher gesetzt und hat keine Minute verpasst
Artikel vom 7. Oktober 2026
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Von Thomas Austermann
Auf die Vielfachbelastungen einer Saison, die dem FCG Pflichtspiele in drei Wettbewerben bringt und daher vor allem heiße erste Wochen, will das Trainerteam unter anderem mit einer gewissen Rotation in der Startelf begegnen. Um Frische auch im Kopf zu wahren und Muskelkräfte zu schonen. Der Kader gibt es her, mal zu wechseln. Der Plan lässt sich aus verschiedenen Gründen nicht immer durchziehen. Als rechter Verteidiger, ob nun weiter innen in der Dreierkette oder weiter außen in einer Viererkette, hat Neuzugang Jendrik Witt (Foto), vom Kreispokal mal abgesehen, noch niemandem anderen Platz machen müssen. Weil der 24-Jährige auf Anhieb überzeugt in seinem ersten Oberligajahr. Zugetraut haben ihm das viele. Liefern musste der Mann im Trikot mit der Nummer elf alleine. Inklusive Westfalenpokal hat dieser Witt bereits 810 Spielminuten absolviert. Von 810 möglichen. Ebenfalls das Maximum erreicht bisher nur Stammkeeper Max Büscher.
Der rund eine Minute ältere Zwillingsbruder von Offensivspieler Fabian Witt folgte demselben mit einem Jahr Abstand zum Jugendclub FCG, für den er von der U 14 bis zu U 19 kickte. Mit der U 17 triumphierte er 2019 bei den Hallen- Stadtmeisterschaften. Als bester Turniertorschütze und an der Seite von Fabi, Niklas Beil, Felix Ritter. Dass Jendrik länger bei Westfalia Kinderhaus blieb, ob schon er auch Mitte 2025 die Chance zum Wechsel hätte ergreifen können, bewertet er heute als durchaus wertvoll. Erstens stieg er als Leistungsträger mit dem Westfalenligisten auf und erreichte einen für immer bleibenden Karriere-Erfolg. Zweitens schulte ihn persönlich die Zeit in neuer Rolle. „Ich war ja einer der Stellvertreter von Kapitän Nick Rensing und rückte mehr in die Verantwortung. Vorher waren Fabi, Felix Ritter und Malte Wesberg noch da.“ Ohne diese Etablierten war der Kreis der Führungsspieler kleiner, also rückte Jendrik Witt sozusagen vor. „Ich habe auch dadurch nochmal anders ins Spiel gefunden.“
Fünf Jahre lang war er unumstrittener Stammspieler in Kinderhaus unter welchem Trainer auch immer. 138 Westfalenligaspiele stehen in seiner Vita und 30 Treffer nebst 22 Vorlagen. Er spielte dort, wo er gebraucht wurde. Die gleichberechtigten Trainer Massih Wassey und Philip Just vertrauten ihm mit der Zeit die Rollen als Achter oder Rechtsverteidiger an. „Dann durfte ich bei unserem Ballbesitz auch ins Zentrum ziehen. Ich hatte wirklich viele Freiheiten, offensiver und aktiver zu sein.“ Während seiner gesamten Laufbahn schätzten die Verantwortlichen immer die Flexibilität von Jendrik Witt, dem Prototyp des mannschaftsdienlichen Akteurs.
Dass er im FCG wieder eine defensiv Rolle einnimmt, „hätte ich in der Form vorher auch nicht gedacht, aber es passt.“ Er darf sich auch weiter vorne tummeln, dort die Bälle hohen und verteilen. Und vergisst dabei doch nie, dem Kerngeschäft treu zu bleiben. Beim 4:0 in Kinderhaus, ausgerechnet, stellte er Luis Haverland kalt, beim 2:1 über die Preußen- Zweite schob er in der vehement geführten Schlussphase effektiv an, traf selbst und legte den Siegtreffer vor. Müde oder nachlässig scheint Jendrik Witt nie zu sein. „Ich bin immer wach. Ich bin einfach der Typ dafür, das ist meine Art.“ Er kann 90 Minuten „durchrennen“, ohne sich Pausen zu gönnen oder grübelnd abzuschalten. Sein athletisches Vermögen beschrieben die Gievenbecker schon bei der Verpflichtung als Tugend, ebenso seine Wucht und die temposcharfe Dynamik. Niemand muss ihn an- treiben, sportgemäß zu leben. Für zwei oder drei Zusatzeinheiten je Woche sucht der in Hiltrup lebende Jendrik Witt das „Gym“ auf und hat in der Vergangenheit oft mit Fabi und Kumpel Richard Joaquim (Westfalia Kinderhaus) irgendwo drauflos gekickt. Ein Straßenfußball-Trio auf Rasenplätzen.
Dass mit Gievenbeck was geht, steht für den fairen Zweikämpfer fest: „Ich bin komplett zufrieden hier! Wir können in jedem Spiel reagieren und sind unberechenbar. Es macht uns stark, dass wir defensiv Mann gegen Mann verteidigen und jederzeit Stärke von der Bank bringen können.“ Fußballerisch sieht er bei „vielen Spieler großes Potenzial“. Es könnten sich Chancen ergeben, es höherklassig zu probieren. Eine solche Perspektive schließt er auch für sich selbst nicht aus. Dabei ist Jendrik Witt voll berufstätig als Bautechnischer Konstrukteur (früher: Bauzeichner) bei der nts Ingenieurgesellschaft mbH an der Hansestraße, einer 140 Mitarbeitenden großen Planungsgesellschaft mit breitem Aufgabenspektrum. Und es macht ihm Spaß, Projekte aller Art von der Planung bis zu Realisierung mitzuverfolgen.
Foto: m.b.sportsphotos
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