49er Story 5: Max Büscher

20-jähriger mit erfolgreichem Saisonstart in der Rolle der neuen Nummer eins
Artikel vom 27. Oktober 2026
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Von Thomas Austermann
Auf den Ansturm seiner Teamkollegen musste sich Max Büscher (Foto) gefasst machen. Gerade hatte er den zehnten Elfmeter des Drittligisten SC Verl pariert und der Entscheidungsfindung im Westfalenpokal eine Ende bereitet. Also rannten alle aus dem 11:10-Siegerteam zum 20-Jährigen und bildeten um ihn herum eine große Jubeltraube. Büscher, der seinen Elferschuss auch noch platziert verwandelte, und der FCG hatten im Gegensatz zu den Pokalspielen gegen die Ostwestfalen in 2018, 2024 und 2025 den verdienten Coup gelandet und Vereinsgeschichte geschrieben.
Im November letzten Jahres spielte Büscher noch als „Pokalkeeper“, als es gegen die Verler Profis ein 1:4 gab – und der Eschhaus-Ersatz einen Elfmeter parierte. Dass es Monate später die sportliche Entscheidung der Trainer gab, Büscher zur neuen Serie zur Nummer eins zu machen, ist ebenso bekannt wie der groß zelebrierte Abschied von Dauerbrenner Nico Eschhaus. Der Mitte 2023 von SuS Stadtlohn gekommene Büscher rückte zur Serie 24/25 als U-19-Spieler ins Aufgebot der Ersten und nahm danach ob seines Niveaus die erste Seniorenspielzeit in Angriff. Wie auch ein duales Studium gen Diplom-Finanzwirt an der „Hochschule für Finanzen Nordrhein-Westfalen“ im barocken Wasserschloss Nordkirchen. „Auf der Ligaebene, auf der wir uns bewegen, gar nichts zu machen außer Fußball, das wäre doch sehr risikoreich“, sagt er heute. Mitte 2028 dürfte er mit dem Studium durch sein. Und kann dann immer noch gucken, was der Sport ihm bietet.
Sein Potenzial ist längst aufgefallen. Sein Stil als offensiver Torwart mit großen Qualitäten als zusätzlichem Aufbauspieler ist ein besonderer, den die Trainer forcieren und zu schätzen wissen. Mit Büscher entwickelt die FCG-Erste ein eigenes Format. Weil er zu Juniorenzeiten sowohl im Kasten als auch im Feld ein- gesetzt worden war, schulte sich Büscher quasi selbst und profitierte stark von einer Vielseitigkeit, die in der ausgeprägten Form nur wenige aufweisen. Der 1,85m große Linksfuß, der am Ball sehr wohl auch mit rechts was kann, geht hoch raus als mitspielender Keeper, erwartet den anlaufenden Gegner und lässt den gern ins Leere laufen. Schon ist eine FCG-Überzahl geschaffen und auch Platz für den guten langen Ball. In seiner Kernkompetenz weist er ebenfalls großes Können nach und pariert auch schwere Bälle.
Gievenbecks Torwarttrainer Damian Hallas, der zusammen mit Patrick Kapke für die Positionsfeinheiten zuständig ist, sagt, dass Büscher „sehr viel mitbringt. Alle Grundlagen sind voll da. Es geht darum, auch in explosiven Situationen fangsicher zu bleiben und sich auch unter hoher Belastung fokussiert zu zeigen.“ Die Feldspieler-Erfahrung des Keepers sei von großem Wert. „Spielerisch macht Max so manch anderem etwas vor.“ Schon früh ermöglichte ihm das Elternhaus eine Fortbildung außerhalb der Vereinsebene. Kostenpflichtige Einheiten in der „Torwartschule Nr. 1“ des in Dorsten lebenden Gregor Pogorzelczyk schulten Büscher von der U14 bis zur U19 immer freitags in Heek. Pogorzelczyk ist auch Torwarttrainer der U-17-Mannschaft des FC Schalke 04. „Das war immer richtig gut, bei dem zu arbeiten. Wir haben viel gelernt“, sagt Büscher. Heute hat er familiär bedingt noch Kontrakt zu dieser Szene: Sein Bruder Carl Ludwig, Jahrgang 2008, nutzt die Maßnahmen, um als junger Schnapper beim A-Ligisten SV Heek Fuß zu fassen.
Hat Max Büscher eigentlich Druck verspürt, als er mit dem Pokalspiel gegen den TuS Hiltrup (3:0) erstmals in dieser Serie die neue Verantwortungsrolle schlüpfte? „In den Testspielen vorher nicht, aber an dem Tag schon, ja. Da steht sofort was auf dem Spiel und es darf keinen Fehler geben.“ Mit „Ruhe und Bedacht“ fokussierte er sich auf die erste gelungene Aktion und war dann drin in seinem Spiel. Je mehr er davon macht, umso besser. Ihm gefällt die Anspannung des Wettbewerbs, ihm gefällt die Aufgabenstellung in einer Mannschaft, „in deren Kabine ich inzwischen schon länger heimisch bin.“ Büscher schätzt das Leistungsniveau und den Willen aller, partout abzuliefern. „Hier sind alle heiß und fit zugleich. Hier kann jeder Spieler in jeder Partie 90 Minuten ans Limit gehen. Und der Kader gibt es her, fast jeden einmal zu ersetzen.“ Sein Wissen gibt er übrigens schon weiter an die noch jüngere Generation: Einmal pro Woche für je eine Stunde trainiert er die insgesamt vier Torwarte der U-17 und U-16-Mannschaften. „Das mach’ ich schon im dritten Jahr.“ Weil es ihm wichtig ist und weil die Freiwilligen für derlei Jobs nicht gerade Schlange stehen.
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