49er Story: Mika Keute & Ben Wolf

Ex- Preußen verstärken den FCG als Duo auf Anhieb
Artikel vom 18. September 2025
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Von Thomas Austermann
Der eine Spieler kam zeitig, der andere spät. Aber beide von der Zweiten des SC Preußen. Schon Anfang März sagte Mika Keute (Foto, 21) beim FCG zu, erst Mitte Juni Ben Wolf (20). Dass Letztgenannter unterschrieb, hat auch etwas mit dem Erstgenannten zu tun. Beide eint die Motivation, sportlich mal etwas anderes zu versuchen und dafür den Abschied vom Adlerklub nach jeweils etlichen Jahren in Kauf zu nehmen.
Keute hat als kleiner Koten in Amelsbüren bei Grün-Weiß gekickt. In dem Stadtteil lebt er immer noch. Als U-11-Spieler wechselte er in die U 12 der Preußen. Und avancierte Schritt für Schritt zum Dauerbrenner. „Da sind ja elf Jahre zusammengekommen“, wundert er sich selbst ein bisschen. Im Frühjahr wurde ihm selbst und in Gesprächen mit Trainer Kieran Schulze-Marmeling klar, dass die Zeit gekommen ist. Leicht und locker hätte der 1,89 m große Sechser außerhalb Münsters anheuern können. Aber in seine Lebensplanung passte die FCG-Chance aus zweierlei Gründen. „Ich bin der Typ, der schnell klar haben wird, wohin es geht. Ich hab‘ gern etwas Festes in der Hand.“ Auch außerhalb des Sports: Seit dem 1. August geht Keute als Azubi bei der R+V Versicherung AG in Münster seinen Weg zum „Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen.“ Ein in 2024 gestartetes Studium entpuppte sich für ihn nicht als die beste Wahl. Also entschied er sich um. Ebenso konsequent war sein Ja zum FCG. „Das lief alles super an hier. Ich habe gar keine Zeit gebraucht, um mich zurecht zu finden“, sagt er im Rückblick. „Hier spielen fast nur Jungs in meinem Alter, viele kannte ich längst. Ich mag diese familiäre Atmosphäre.“ Und er mag seine Position. Den Platz vor der Abwehr mit all den Anforderungen auf dieser Schlüsselstelle. Die Bereitschaft zum Ballklau und die Fähigkeit, nach dem Zweikampfgewinn den guten Pass zu spielen. „Ich habe das Spiel gerne vor mir.“ Keute schaltet nach dem Abspiel nicht ab. Wie gegen Rheine bewiesen. Das 1:1 machte er, weil er durchzog bis in die Spitze.
Was sagt er zu Ben Wolf, seinem Mitspieler schon aus SCP-Zeiten? „Ein super Typ! Wir haben schon so viel Spaß zusammen gehabt, auch im gemeinsamen Urlaub. Mit Ben kann ich – über was auch immer – reden, wir haben viele Themen.“ Und wie ist der Kollege als Kicker? „Enorm clever in seiner typischen Art. Eben ein bisschen wie Thomas Müller.“ Der als Rekordspieler beim FC Bayern ausgeschiedene 131-fache A-Nationalspieler beschrieb sich selbst einmal als „Raumdeuter“ und wurde gelobt als mannschaftsdienlicher Offensivakteur, der viele Fähigkeiten vereint. Bei aller Torgefahr ist das Spielverständnis besonders ausgeprägt. Ben Wolf weiß um solche Vergleiche, lächelt angesichts des sehr, sehr großen (Müller-)Maßstabs und ist doch auch ein bisschen stolz darauf. Kann er auch sein.
Wie darauf, Fußball mit Niveau und das mit 18 Jahren gestartete Medizinstudium in Münster unter einen Hut zu packen. Gerade hat er die happig anspruchsvolle Phase hin zum Physikum gepackt. Die erste große Hürde ist übersprungen. „Ich atme jetzt erst einmal auf. Ich hab‘ in den letzten vier Monaten täglich vor allem gebüffelt“, sagt er. Der Zeitfresser namens Studium, der Umzug nach Gievenbeck und der Wunsch, „sich in einer ersten Mannschaft beweisen zu wollen“, führten zum Wechsel. Das Ansinnen haben die Adlerträger dann auch akzeptiert, obschon Wolf noch einen bis 2026 gültigen Vertrag besaß. „Ich habe in dem einen Oberligajahr sehr viel gelernt und bin dankbar dafür.“
Jetzt stellt er, etwas offensiver eingesetzt, seine Qualitäten in den Dienst einer neuen Gruppe, aus der er nicht nur Mika Keute kennt und schätzt. Mit seinem Mitstreiter aus den Jahren zuvor, Benedikt Fallbrock, hielt er zum Beispiel stets engen Kontakt. „Er hat mir den Schritt zum FCG wärmstens empfohlen“, sagt Wolf. Und über Keute lief konkret auch der erste Kontakt zu neuen Adresse. „Zu Mika hab‘ ich lange Zeit aufgeschaut, er war im Jahrgang über mir am Ball und immer so stabil und ehrgeizig in seinem Tun. Mika ist ein extrem hilfsbereiter Mensch und Klassetyp. Von seinen Tipps kann ich zehren.“
Als U-15-Spieler kam Wolf aus seiner Heimatstadt Soest zur Hammer Straße, beinahe wäre er in Lippstadt gelandet. Der damalige Preußentrainer David Paulus, jetzt bekanntlich Coach des FCE Rheine in der Oberliga, überzeugte ihn. Bis 2023 pendelte Wolf von Soest aus nach Münster zur Uni und zum Sport. Das der nicht nur tolle Tage bringt, bekam er im ersten Jahr als A-Junior leidvoll zu spüren. Denn als späte wie derbe Auswirkungen eines Faserrisses war er fünf Monate wegen eine Schambeinentzündung komplett raus. Um im zweiten A-Junioren-Jahr auch gemeinsam mit Fallbrock die Erstliga-Rückkehr dieser SCP-Elf zu feiern.
Foto: sportfotografie.ms
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